ORF
RSO Wien

Im September 2010 trat Cornelius Meister sein Amt als Chefdirigent an. Spätromantik und Moderne bilden die Schwerpunkte des Programms, das immer wieder auch selten aufgeführte und zu Unrecht vergessene Werke enthält. Für das Radio-Symphonieorchester ist die Bespielung der ORF-Programme in Österreich – mit seinem Schwerpunkt im Programm Österreich 1 – sowie auch die internationale Präsenz dieser österreichischen Kulturproduktion in ausländischen Radiostationen von vorrangiger Bedeutung.

Im Wiener Konzertleben ist das ORF Radio-Symphonieorchester regelmäßig mit zwei Abonnementzyklen im Musikverein Wien sowie dem Wiener Konzerthaus präsent. Darüber hinaus tritt das Orchester regelmäßig bei großen Festivals im In- und Ausland auf: Enge Bindungen bestehen zu den Salzburger Festspielen, zu den Wiener Festwochen, zum musikprotokoll im steirischen herbst und zu Wien Modern. Seit 2007 hat sich das RSO Wien durch seine kontinuierlich erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien auch als Opernorchester etabliert. Aber auch im Genre der Filmmusik ist das Orchester heimisch: Alljährlich dirigieren im Rahmen von „Hollywood in Vienna“ internationale Filmmusik-Größen das RSO. 2012 spielte das RSO den Soundtrack zum Film »Die Vermessung der Welt« ein, 2016 wirkte es aktiv bei zwei Kinofilmen mit: dem auf der Berlinale preisgekrönten Film „Kater“ von Händl Klaus und „Die geträumten“ von Ruth Beckermann.

Die ausgedehnte Tourneetätigkeit des RSO Wien führt das Orchester regelmäßig nach Japan und China, zuletzt auch nach Thailand und Taiwan, darüber hinaus in die USA, nach Südamerika und ins europäische Ausland. Zu den Gästen am Dirigentenpult des RSO Wien zählten u. a. Leonard Bernstein, Ernest Bour, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Andris Nelsons, Kirill Petrenko, Giuseppe Sinopoli, Hans Swarowsky, Ingo Metzmacher und Simone Young. Unter den dirigierenden Komponisten, die das RSO Wien leiteten, waren Krzysztof Penderecki, Bruno Maderna, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Luciano Berio, Friedrich Cerha, Kurt Schwertsik, Beat Furrer, Johannes Kalitzke, Emilio Pomarico, Matthias Pintscher u.a. Internationale Solistinnen und Solisten treten regelmäßig mit dem RSO Wien auf, unter ihnen Elisabeth Leonskaja, Sabine Meyer, Pascal Rogé, Heinz Holliger, Gautier Capuçon, Martin Grubinger, Patricia Kopatchinskaja, Hilary Hahn, Gabriela Montero, Anna Netrebko und Christian Tetzlaff.

Die umfangreiche Aufnahmetätigkeit des RSO Wien für den ORF und für CD-Produktionen umfasst Werke aller Genres, darunter viele Ersteinspielungen von Vertretern der klassischen österreichischen Moderne und österreichischer Zeitgenoss/innen. So entstand die CD-Reihe »Neue Musik aus Österreich« mit Orchesterwerken u.a. von Friedrich Cerha, weiters eine Gesamtaufnahme der neun Symphonien von Egon Wellesz, die Orchestermusik von Josef Matthias Hauer und Ersteinspielungen der Musik von Erich Zeisl. Zuletzt erschienen u. a. die CD-Box »my RSO« sowie viel gerühmte CDs mit Werken von Anton Bruckner, Richard Strauss und Béla Bartók. Im November 2016 ist „my RSO II – eine musikalische Reise durch Europa“ mit Werken aus 12 europäischen Ländern erschienen. 

Das RSO Wien hat ein breit angelegtes Education-Programm ins Leben gerufen, das laufend durch neue, innovative Projekte erweitert wird. Dazu gehören Workshops für Kinder und Jugendliche sowie die Reihen »Mitten in my RSO«, »my RSO Musiklabor« und »Klassische Verführung«. Außerdem gibt es seit 1997 eine eigene Orchesterakademie zur Förderung des musikalischen Nachwuchses. Regelmäßig spielt das RSO Wien die Abschlusskonzerte der Dirigentenklassen der Musikuniversität Wien.

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien ging 1969 aus dem Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks hervor und profilierte sich seitdem als eines der vielseitigsten Orchester in Österreich. Unter seinen Chefdirigenten Milan Horvat, Leif Segerstam, Lothar Zagrosek, Pinchas Steinberg, Dennis Russell Davies und Bertrand de Billy erweiterte das Orchester kontinuierlich sein Repertoire von der Vorklassik bis zur Avantgarde.